Der schicksalhafte Kettenbrief: Dreaded Good-Luck Letters

Kettenbriefe wollen ganz verschiedene Dinge. Die einen wollen, dass wir einem vermeintlich todkranken Mädchen helfen, die anderen möchten, dass wir Knochenmark spenden gehen. Die nächsten wieder fordern uns dazu auf, am ersten April nicht bei Wal-Mart einzukaufen oder den Postboten nicht reinzulassen, weil er ein Terrorist ist. Neulich war wieder mal eine Petition gegen die Steinigung in der Post.


Manche Kettenbriefe wollen aber auch gar nichts von uns. Außer, dass wir sie weiterleiten natürlich. Wie zum Beispiel der “Glückswitz”, der momentan wieder einmal kursiert. Dem, der ihn weiterverschickt, bringt er, wie der Name schon sagt, Glück. Alle anderen müssen in der Hölle schmoren. “Sehr komisch!”, findet Hoaxbusters.de.
Die genannte E-Mail liest sich so :

 

Glückswitz .... nur das Lesen dieses Witzes bringt Glück. (Mal gucken obs stimmt).
Eines Tages ging eine ältere Dame mit einer Tasche voller Geld in die Deutsche Bank.
Am Schalter beharrte sie darauf einzig und allein mit dem Präsidenten der Bank zu sprechen, um ein Sparbuch zu eröffnen, "das verstehen Sie bitte ....., es geht um sehr viel Geld".
Nach vielem diskutieren ließen sie die Dame zum Präsidenten - der Kunde ist König.

Der Präsident fragte nach der Geldmenge, die die Dame einzahlen wolle. Sie sagte ihm, dass es sich um 50 Millionen EUR handele. Sie leerte die Tasche vor ihm aus. Natürlich packte den Präsidenten die Neugier nach der Herkunft des Geldes.
“Liebe Dame, mich überrascht es, dass sie so viel Geld bei sich haben ” wie haben Sie das geschafft?” Die ältere Dame antwortete ihm “Ganz einfach. Ich wette”.

“Wetten?”, fragte der Präsident “Was für Wetten?”.
Die ältere Dame antwortete: Na ja, so alles mögliche. Zum Beispiel, wette ich mit Ihnen um 25.000 EUR, dass ihre Eier quadratisch sind!”
Der Präsident brach daraufhin in lautes Gelächter aus und sagte: “Das ist doch lächerlich! Auf diese Art und Weise können Sie doch niemals so viel verdienen.”
“Nun ja, ich sagte bereits, dass ich auf diese Art und Weise mein Geld verdiene. Wären Sie bereit die Wette einzugehen?” “Selbstverständlich”, antwortete dieser. (Es ging in der Tat ja
um viel Geld). Ich wette also um 25.000 EUR, dass meine Eier nicht quadratisch sind.”
Die ältere Dame antwortete “Abgemacht, aber da es hier um sehr viel Geld geht, könnte ich da Morgen um 10.00 Uhr mit meinem Anwalt vorbei schauen, damit wir einen Zeugen
haben?”.
“Klar!”, der Präsident war einverstanden.
Die Nacht drauf war der Präsident schon sehr nervös und verbrachte viele Stunden damit, seine Eier genauestens zu überprüfen. Von der einen und der anderen Seite. Letzten Endes verhalf ihm ein total blödsinniger Test zur 100 %igen Überzeugung. Er würde die Wette gewinnen. ganz sicher.
Am nächsten Morgen, um 10.00 Uhr kam dann die alte Dame mit ihrem Anwalt zur Bank. Sie stellte beide Herren vor und wiederholte die Wette über 25.000 EUR. Der Präsident akzeptierte die Wette erneut, dass seine Eier nicht quadratisch wären.
Daraufhin bat ihn die alte Dame doch die Hose herunter zu lassen, um sich die Sache mal anzuschauen. Der Präsident ließ seine Hosen runter. Die ältere Dame näherte sich, guckte sich in aller Ruhe die Sache an und fragte dann vorsichtig an, ob sie sie denn berühren dürfe. Bedenken Sie bitte, dass es um sehr viel Geld geht. “Na gut” sagte der Präsident überzeugt. 25.000 EUR sind es wert und ich kann gut verstehen, dass sie da ganz sicher gehen wollen.”
Die ältere Dame näherte sich daraufhin weiter und wiegte die Kugeln der Begierde in ihrer Hand.
Daraufhin bemerkte der Präsident, dass der Anwalt angefangen hatte, seinen Kopf gegen die Wand zu schlagen. Der Präsident fragte daraufhin die Alte “was ist denn mit ihrem Anwalt los?
Diese antwortete “Nichts, ich habe lediglich mit ihm um 100.000 EUR gewettet, dass ich heute um 10.00 Uhr die Eier des Präsidenten der Deutschen Bank in der Hand halten würde.”
Beachte:

Die Herkunft dieses Witzes ist unbekannt, aber es bringt jedem Glück, der ihn weiterverschickt. Die Person, die es unterbricht soll viel Pech haben. Also, bewahre diesen Witz nicht auf. Das Einzige, was Du zu tun hast, ist diesen Witz an 5 Freunde/Bekannte, denen Du viel Glück wünschst weiterzuschicken. Du wirst sehen, dass Dir in den nächsten vier Tagen etwas Gutes widerfahren wird, wenn Du diese Kette nicht unterbrichst.

 

Also – Das war der “Glückswitz”. Wir haben sicher schon Lustigeres gelesen. Aus irgend einem Grund soll das Weiterleiten dieses ‘Kleinods’ nun “Glück” bringen. Wir kennen uns in den einschlägigen Geheimwissenschaften nicht gut genug aus, um eine verlässliche Prognose darüber abzugeben, ob dieser Witz beim Weiterversenden tatsächlich “Glück” bringt, oder ob demjenjenigen, der ihn entsorgt, etwas Böses passieren wird. Was wir aber sagen können ist, dass dieser Witz nicht viel Geheimnisvolles an sich hat. Es handelt sich um einen ziemlich normalen, mit eher mäßiger Pointe ausgestatteten Witz, der auch in einschlägigen Sammlungen zu finden ist. Kein Voodoo weit und breit. Nichts, was dem Scherz aus seiner Mittelmäßigkeit verhelfen könnte.

Sollten sie noch Zweifel daran haben, dass ihnen der Witz auch wirklich nichts böses anhaben kann, wenn sie ihn im Papierkorb entsorgen, können wir Sie aber beruhigen. In einem mutigen Selbstversuch hat Hoaxbusters.de den Witz erhalten, gelöscht und eine Woche gewartet.
Es ist nichts passiert.

Warum ist dieser Kettenbrief eine Erwähnung auf Hoaxbusters.de wert?

Die E-Mail repräsentiert die Ur-Form des Kettenrbriefes, die schon seit Jahrzenten auch per Snail-Mail (Neudeutsch: Briefpost) kursiert, nämlich den “Dreaded Good Luck Letter” (Weitere Beispiele: Guter Sex fürs Weiteleiten, Pass The Lotus Totus On, Read this 5times or have 5ys of bad luck). Meist ist die simple Botschaft “Sende mich weiter” zwar nicht in die relativ freundliche “Verpackung” eines Witzes gekleidet – oft bestehen die Briefe/Mails außer der Aufforderung zur Weiterleitung aus Seitenlangen, mystischen Ausführungen darüber, warum das Schicksal des Empfängers untrennbar mit dem Schicksal der “Kette” verbunden ist.

Klassisch auch das Zuckerbrot-und-Peitsche-Prinzip: Am Ende der ansonsten durchweg “positiv” fomulierten Mail fehlt nicht der Hinweis darauf, dass der Empfänger besser genau das tun sollte, was ihm der “Glücks”-Kettenbrief befiehlt. Denn sonst verkehrt sich die Wirkung des Briefes in sein Gegenteil und dem Empfänger droht nicht näher genanntes Ungemach. So allgemein und harmlos wie in unserem Beispiel ist das jedoch nicht immer formuliert: Hoaxbusters liegen Snail-Mail Beispiele vor, in dem es heisst, der Empfänger “werde in den nächsten 10 Tagen ums Leben kommen“, wenn er die Kette unterbreche.

Hoaxbusters.de findet das nicht lustig.

Sofern man aber ihren letzten Satz – wenn Sie die Kette unterbrechen, haben Sie Unglück – nicht allzu ernst nimmt, scheint die Mail eigentlich keine “Schadfunktion” zu haben. Genau da liegt allerdings der Irrtum, der auch diese Mail für Hoaxbusters.de interessant macht:

Jeder Kettenbrief ist schädlich, auch wenn er auf den ersten Blick nett und harmlos aussieht. Das massenweise Versenden dieser Junk-Emails verbraucht nicht nur Internet-Bandbreite und Rechenleistung, vor allem vernichten diese Dinge auch bezahlte Arbeitszeit. Der “Glückswitz” für sich allein mag da nicht ins Gewicht fallen. Aber die hunderte anderer, ähnlich gestrickter Kettenbriefe, die täglich millionenfach weiterverbreitet werden, erzeugen auf diese Weise Schäden, die in Heller und Pfennig messbar sind. Von den Nerven derjenigen, die nicht glauben, dass ihr Schicksal von einer zweitklassigen Pointe abhängt und täglich diese Art von Spam löschen müssen, ganz zu schweigen.

Bitte senden sie daher auch diesen Kettenbrief nicht weiter. löschen Sie ihn, Ihr gesamtes Adressbuch wird es Ihnen danken.