Bonsaikitten is Back (2006)

Als gestern von einem aufmerksamen hoaxbusters.de-Leser ein Hinweis auf eine Ketten- E-Mail eintraf, die eine Unterschriftenaktion gegen vollkommen perverse Tierquäler zum Gegenstand hatte, mochten wir kaum glauben, was wir da zu sehen bekamen: tatsächlich, eine Warnung vor bonsaikitten.com, der übelsten Katzenquälerei seit Tom und Jerry.

Wir können uns nur noch nicht so ganz entscheiden, worüber wir mehr staunen sollen: darüber, dass es Bonsaikitten.com immernoch gibt, oder darüber, dass immernoch nicht jeder begriffen hat, was es damit auf sich hat.
Aber fangen wir vorn an. Die E-Mail, die uns zugespielt wurde, liest sich so:

AN ALLE TIERFREUNDE!

Jetzt müssen wir zusammenarbeiten!!! Eine Homepage die wir vor ca. einem Jahr schliessen konnten, ist jetzt anscheinend wieder zurück.

WIR WOLLEN diese Seite noch einmal schliessen! Ein Japaner in New York
züchtet und verkauft Katzen, die BONSAI CATS genannt werden. Das hört sich alles noch ganz harmlos an, wenn es nicht so wäre, dass diese Katzen ein muskelentspannendes Mittel bekommen, LEBEND in Flaschen gesteckt werden und da den Rest ihres Lebens verbringe17n! Die Katzen werden durch eine Röhre gefüttert und haben einen kleinen Schlauch für die Exkrementen. Die Knochenstruktur der Katze formt sich nach der Flasche, weil die Katze wächst nimmt sie die form einer Flasche an.

Die Katzen werden als originelle und exklusive Schmuckgegenstände
verwendet. Diese Unmenschlichkeit ist die neuste Mode in New York, China und
Indonesien. Wenn Du es verkraften kannst (es sind
schlimme Bilder!) kannst du dir Bilder auf der Folgenden Adresse ansehen:
http://www.bonsaikitten.com/bkmethod.html

>>; oder sehe Methoden um die Katzen in die Flaschen zu drücken.

Die Protestliste MUSS 500 Namen enthalten.

Bitte Kopiere diesen Text (öffne eine neue Mail, kopiere den Text
rein und schreib dein Name ganz unten auf der Seite) und sende an ALLE
die du kennst. Wenn du siehst, dass die Liste 500 Namen erreicht hat, schicke das Mail an:

Es folgen eine Reihe von Namen, die sich bereits für die “gute Sache” – nämlich: die schnellstmögliche Schließung von bonsaikitten.com, die öffentliche Hinrichtung der Betreiber sowie die Befreiung jeder Menge quadratischer Kätzchen – “stark” gemacht haben. Kaum zu glauben, dass man das noch einmal sagen muss. Aber man muss es offenbar:

“Bonsaikitten” ist ein Witz.

Eine einfache Abfrage des Begriffs “bonsaikitten” bei google bringt es an den Tag: seit etlichen Jahren bereits behaupten die (natürlich vollkommen perversen!) Betreiber, sie würden niedliche kleine Kätzchen in Marmeladengläser und andere Behältnisse stopfen, um sie dann als Deko-Gegenstände an Sadisten zu verscherbeln. Fast genauso lange wie bonsaikitten.com gibt es E-Petitionen und Strafanzeigen von Gutmenschen gegen die Website, die schon vor Jahren das FBI auf den Plan riefen. Aber auch hier gilt: Unsinn wird auch dann nicht richtiger, wenn das FBI sich damit befasst. hoaxbusters.de verspricht: Es wurde – jedenfalls von Bonsaikitten.com – noch keine einzige Katze “eingemacht”.

Darüber, ob die Site einen sonderlich gelungenen Scherz darstellt, lässt sich sicherlich streiten. Hoaxbusters.de maßt sich nicht an, Anderen ihren Humor vorzuschreiben. Worüber es allerdings keine Zweifel geben kann, ist:

E-Petitionen gegen Bonsaikitten sind ebenso sinnlos wie alle anderen.

Selbst wenn es Bonsaikittens bei Ikea zu kaufen gäbe, nähme niemand, der etwas bewegen könnte, eine Kettenemail dagegen auch nur zur Kenntnis. Ketten-Emails sind niemals ein geeignetes Medium für die Kommunikation seriöser Anliegen. Wer sich für den Tierschutz engagieren möchte, möge diesem Drang durch eine Spende an eine geeignete Organisation nachgeben. Das ist zwar nicht ganz so billig wie das drücken der “Forward” -Taste, dafür schadet es aber auch niemandem