pressestimmen

 

Wir hören Stimmen. Und zwar “Presse”-Stimmen, denn hoaxbusters.de gibt es schon eine Weile, was hin und wieder auch zu einem medialen “Echo” geführt hat.

Hier eine kleine Auswahl der Erwähnungen von hoaxbusters.de in anderen Medien:

 

  • heise online/ DPA, 19. Januar 2005

Vom Internet als Misthaufen und Gerüchteschleuder

Bild“Wie meinte Joseph Weizenbaum: Das Internet ist wie ein riesiger Misthaufen. Und eine Gerüchteschleuder, muss man hinzufügen: Ufo-Alarm, Gefahr durch Geheimbünde und die Vorhersagung des Weltuntergangs — in der Gerüchteküche des Internet können Surfer die unglaublichsten Geschichten lesen. (Mehr).

  • Südkurier, 21. Januar 2005

“Enten im Anflug

BildAlles bare Münze? Das Internet als Gerüchteküche und Falschmelder
Früher, lästerte jüngst ein Online-Diskutant, habe man Klatsch und Tratsch beim Friseur ausgetauscht. Heute mache man das eben über E-Mails. Tatsächlich verbreiten sich im Netz die unglaublichsten Geschichten – unglaublich schnell, per Mausklick auf die Weiterleiten-Taste. Papier isch id kitzlig, die Datenleitung aber auch nicht. Trotzdem kann offenbar keine Geschichte abenteuerlich genug sein, um nicht geglaubt zu werden. Am Internet hätte Lügenbaron Münchhausen seine Freude. Ganz sicher.

VON MICHAEL NARDELLI

SÜDKURIER-Leser Michael Wirz fühlte sich mitten hinein versetzt in die wilde Jahreszeit, wo die Mama die Schürz an d’Wand hängt. Jetzt, schrieb er an den Kollegen von der Lokalredaktion Konstanz, wisse er wenigstens, was eine “amtlich mitgeteilte Ente” sei. Tatsächlich hatte der Kollege eine E-Mail von einem Abgeordneten und einer Schweizer Anwaltskanzlei bekommen. Inhalt: die neue “Bussen-Tabelle” für Verkehrssünder im Nachbarstaat, gültig angeblich ab 1. Januar – mit happigen Strafen: 400 Euro für 25 Stundenkilometer zuviel, 30 Prozent des Nettoeinkommens bei Überschreitung des Tempolimits um 40 Stundenkilometer.

Die “Bussentabelle” ist einer der spektakulärsten und erfolgreichsten Fälle von “Ätschgäbelibibibi” im Netz. Der Schweiz traut man in Sachen Geldbuße wohl alles zu. Wochenlang sei die Fälschung unbeanstandet am Schwarzen Brett seines Arbeitgebers gehangen, so Wirz. Auch in die Nachrichten und das Mitgliedermagazin eines großen Autoklubs schaffte es die “Bussentabelle” – zu einem Zeitpunkt, an dem das Schweizer Bundesamt für Straßen längst ein Dementi ins Netz gestellt hatte. Das blieb unbeachtet, die Rundmails mit der “Bussentabelle” kursierten weiter. “Ich frage mich”, schrieb Wirz an den Kollegen der Lokalredaktion, “ob dieses Phänomen der Fälschungen im Internet und der geringen Skepsis gegenüber diesem Medium nicht auch mal ein Thema für Click! wären?”

Ist es. Denn auch wir erhalten häufig elektronische Post von Lesern, denen Enten zufliegen, die so auffällig quietschen und watscheln, dass man die Nachtigall trapsen hört. Zum Beispiel jene, die verkündet, der Mobiltelefonhersteller SonyEricsson verschenke, um an Image und Marktanteile gegen den Konkurrenten Nokia zu gewinnen, Handys. Die Meldung kursiert seit Monaten, wird dadurch aber um keinen Deut wahrer. Und sie ist laut Stephan Ehlert, der auf seiner Webseite www.hoaxbusters.de derartige Internet-Sagen sammelt, ein alter Bekannter: “Vor Jahren hat die Handys mal Nokia verschenkt.”

Neu ist der Trick, übers Internet anderen Leuten einen Bären aufzubinden, also nicht. Allein der Ethnologe Wolfgang Morscher hat auf seiner Webseite www.sagen.at 12000 so genannte “Urban Legends”, also moderne, übers Netz verbreitete Räuberpistolen gesammelt. Zu den berühmtesten gehört sicher die Mär von der Spinne in der Yuccapalme, die jedes Mal beim Gießen der Pflanze einen quietschenden Ton von sich gegeben haben soll. Dass auch Enten quietschen, nimmt niemand zur Kenntnis.

So abenteuerlich, wie falsch und weit verbreitet sind auch die Meldungen, dass Deos Brustkrebs verursachen und in mehreren Städten auf Kinositzen HIV-verseuchte Spritzen gelegen haben sollen. Immer wieder gern verschickt wird auch das Bild einer Nothaltespur, auf der angeblich eine Familie beim Picknick getötet wurde. Und eine besonders witzige Falschmeldung schaffte es Ehlert zufolge sogar in die seriösen “Juristischen Wochenblätter”: Dort habe man lesen können, dass in den USA ein Bürger eine Brandschutzversicherung für Zigarren abgeschlossen habe – und nach dem Rauchen vor Gericht tatsächlich erfolgreich einen Schadensfall geltend gemacht habe.

Wie gesagt, hat alles soooo einen Bart. Trotzdem sind die “Urban Legends” nun wieder ins öffentliche Bewusstsein geraten. Denn wie bei allen Katastrophen gingen auch nach dem Tsunami in Südostasien wieder zahlreiche mehr oder weniger gut gemeinte E-Mails per “Weiterleiten”-Taste um die Welt. Da wurde um Spenden gebeten oder es gab Bilder einer Riesenwelle zu sehen, die angeblich gerade auf Phuket Stadt zurollt. Dort wird links gefahren. Auf dem Bild dagegen herrschte Rechtsverkehr. Wer achtet denn auf so was?

Beispielhaft für das Funktionieren des Schneeball- und Kettenmail-Systems im Internet sind die elektronischen Briefe mit den Konterfeis zweier Kinder, deren Eltern gesucht wurden. Die Bitten per Massenmails, sich an der Suche zu beteiligen, kursierten freilich auch noch, als die Kinder längst identifiziert und bei Familienangehörigen untergebracht waren.

Das, stellt Ehlert fest, sei ein typischer Fall von Mitleidsmail: “Die Leute leiten sie sofort weiter im Glauben, etwas Gutes zu tun und in der Annahme, es könne ja nicht schaden.” Für Ehlert sind die “Urban Legends” die moderne Art der “stillen Post”: “Früher musste man sich hinsetzen und einen Brief schreiben. Heute drückt man nur die Weiterleiten-Taste.”

Bei den modernen Sagen gehe es nicht um den Wahrheitsgehalt, bekräftigte auch Wolfgang Morscher gegenüber Spiegel online. Das Entscheidende sei, dass sie schnell erzählt und verbreitet werden. Ansonsten gelte: Früher sei die alte Frau am Waldrand, die blutige Messer im Korb hatte, vom Kutscher mitgenommen worden: “Heute sitzt sie als unheimlicher Mitfahrer auf der Rückbank im Auto.” Die Lügenmails und Webfälschungen seien das Werk von Scherzkeksen, die sich darüber freuen, dass ihr Witz auch nach Monaten zündet, glaubt Ehlert. Im Falle der Schweizer “Bussentabelle” wäre das freilich dann auch Balsam auf die Seele des Autors, vermutet Wirz. “Da hat wohl ein “Gebüsster” Dampf abgelassen.”

Und, so Ehlert, “ein Heer von Leuten gefunden, die es gut meinen”. Es gehe, bemerkte jüngst ein Online-Diskutant, bei den “Urban Legends” viel mehr “ums Glauben wollen und Zusammenhänge übersehen, als darum, dass die offizielle Version wirklich ein völliger Unsinn ist.”

Urban Legends

auch “Hoax” genannt; Fachbegriff für moderne Sagen, Gerüchte, Falschmeldungen und unwahre Erzählungen, die im Internet kursieren, dort immer wieder “aufgewärmt” werden und die einem Bekannten oder Freund wirklich passiert sind. Der hat zum Beispiel in den Hamburger mit der Maus drin gebissen. Ganz echt! Und unterhaltsam, so lange man es nicht glaubt.

Daran sind Hoaxes zu erkennen:

Aufforderung, Mail an möglichst viele Menschen weiterzuleiten; oft verbunden mit dem Versprechen eines Vorteils.

Nennung einer namhaften Firma oder Organisation, um die Glaubwürdigkeit zu unterstreichen (“von Microsoft bestätigt”).

Unkonkrete oder unlogische Zeitangaben (“Neuer Virus”, “gestern”, obwohl die Mail schon tagelang kursiert und mehrfach weitergeleitet wurde).

Generell gilt: Kettenbriefe sind kein Mittel für seriöse Anliegen!”

  • Kieler Express, 19. März 2005
    Scherzkekse im Internet aufgespührt
    BildWer viel Zeit am heimatlichen PC verbringt, kann leicht in eine mittelschwere Depression stürzen. Schon ein paar Minuten “surfen” vermitteln einen Eindruck davon, wie schlecht die Welt da draußen wirklich ist: Die Amerikaner haben das World-Trade-Center selbst gesprengt und Zahlen Milliarden an eine Frau, die es nicht geschafft hat, ihren McDonalds-Kaffee richtig zu bedienen. Ein Versandhaus bietet in Marmeladengläsern “eingemachte” Kätzchen an und der Weltuntergang wird in 666 Tagen stattfinden. Etwas erfreulicher sieht es aus, wenn man die tägliche E-Mail-Flut sondiert. Lauter gute Menschen wollen Geld sammeln für Flutopfer in Asien, leukämiekranke Kinder in den USA oder einem sogar welches zukommen lassen. Wirklich?Der Kieler Rechtsreferendar Stephan Ehlert (29) hat sich mit seiner Internet-Seite “hoaxbusters.de” aufgemacht, solchem Unsinn auf die Spur zu gehen. “Verschwörungstheorien, urbane Märchen und Veräppelungen jeder Art sind durch das Internet so schnell wie nie zuvor zu erreichen. Wenn Sie nicht ohnehin in Form von unerwünschten E-Mails täglich eintrudeln” seufzt Ehlert. Mit dem Internet kennt sich der Jurist aus. Er hat das Online-Stadtmagazin kiel4kiel.de mit aufgebaut, sein inzwischen abgeschlossenes Studium mit Programmiertätigkeiten finanziert und konzentriert sich jetzt auch im Referendariat auf medienrechtliche Fragestellungen.Er ist also keineswegs ein Internet-Gegner, sondern plädiert lediglich für einen vernünftigeren Umgang mit der täglichen Informationsflut. Denn nicht selten wird der Nutzer durch so genannte “Hoaxes” (lateinisch: hocus = “Scherz”) genarrt, die Zeit, Geld, Nerven und in seltenen Fällen sogar das Leben kosten. Vor zwei Jahren erschoss ein 72-Jähriger in Prag den nigerianischen Konsul Michael Lekara Wayid. Der so naive wie geldgierige Tscheche war pleite und verdammt sauer, denn er war Opfer der “Nigeria Connection” geworden, die in ihren E-Mails dem Leser viel Geld anbietet – allerdings muss der dafür erstmal selbst tief in die Tasche greifen.Leicht sind solche Scherze nicht immer zu entlarven. Im Moment gehen wieder E-Mails von scheinbar wohlmeinenden Tierschützern um, die Unterschriften gegen die Seite bonsaikitten.com sammeln. Die Tierschützer und die Seite gibt es tatsächlich, letztere rief sogar das FBI auf den Plan: bonsaikitten.com preist Selbstbausets für quadratische Katzen an. Allerdings ist der Internet-Auftritt lediglich ein, wenn vielleicht auch nicht ganz geschmackssicherer, Gag. Darauf wäre man schnell gekommen, hätte man sich an Stephan Ehlerts Rat für den Umgang mit solchen Geschichten gehalten: “Wenn etwas quakt wie eine Ente, watschelt wie eine Ende und aussieht wie eine Ente, dann ist es auch meistens eine Ente.” (jevs)

 

  • c’t – magazin für computer technik, Ausgabe 7, 21. März 2005
    Websites Aktuell: KettenbriefeBild
    Hoaxes sind Falschmeldungen, die nicht totzukriegen sind und sich nach dem Schneeballprinzip per E-Mail verbreiten. Man erkennt sie zwar leicht an der Formulierung “leite diese Mail an alle deine Freunde und Bekannten weiter”, das lässt aber nicht bei jedem die Alarmglocken klingeln. (mehr)