Did You Believe – They Put A Man on the Moon…

Das sangen R.E.M einst, ein wirklich schönes Lied. Der Songtext passt an dieser Stelle zu unserem Thema: Nicht wenige Menschen zweifeln an, dass das, was über eine Milliarde Menschen am 20. Juli 1969 auf Ihren Fernsehschirmen live mittverfolgten – Nämlich die Mondlandung von “Apollo 11″, genauer gesagt: der Landefähre “Eagle” – jemals stattgefunden hat. Die entsprechende Verschwörungstheorie geht so:

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Schritte auf dem Mond oder in Nevada?

die 1960er Jahre stellten den Höhepunkt des Wettlaufs der Systeme von Ost und West dar. Durch den "Sputnik-Schock" in den späten 50er Jahren war die amerikanische Öffentlichkeit tief verunsichert, immerhin war derjenige, der eine kleine piepsende Metallkugel in eine Umlaufbahn schießen konnte, genausogut in der Lage, Atomsprengköpfe über mehrere tausend Kilometer zu transportieren. Spätestens, nachdem John F. Kennedy Anfang der sechziger Jahre verkündet hatte, man werde "bis zum Ende des Jahrzehnts einen Mann auf den Mond und sicher zur Erde zurück bringen" stand die NASA unter extremem Zugzwang. Erfolge mussten her.

Gegen Ende der 1960er Jahre wurde immer klarer, dass das Unterfangen nicht machbar war. Reihenweise Pannen ereigneten sich: Mondlandegeräte stürzten bei Testflügen ab, Raketen explodierten beim Start, die Frist “bis zum Ende des Jahrzehnts” war nicht einzuhalten. Deswegen entschloss sich die NASA, Die Öffentlichkeit hinters Licht zu führen: In einem Fernsehstudio in Nevada wurde eine schöne Mondlandschaft aus Pappmaché und Wüstensand nachgebaut, in der die “Astronauten” Neil Armstrong und Edwin “Buzz” Aldrin im Sommer 1969 ungelenk umherstapfen durften – live übertragen in Milliarden von Wohnzimmern weltweit. Und keiner hat’s gemerkt.

Fast keiner, müsste man dem letzten Satz noch hinzufügen, denn unsere Verschwörungsexperten haben den Braten – natürlich – schon lange gerochen. Und natürlich gibt es jede Menge

Beweise
Wir wollen nur die wichtigsten “Belege” für den “Moon Hoax” beleuchten – Vieles von dem, was über die “gefakte” Mondlandung geschrieben wurde, ist so abstrus, das wir uns damit nicht befassen möchten. Es ist auch einfach zu viel. Die wichtigsten Beweise also lauten:

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Der Flaggenbeweis: Durchzug im Studio? (Foto:NASA)

Wind auf dem Mond?
Auf den Filmaufnahmen von der Mondlandung ist zu sehen, wie Buzz Aldrin eine amerikanische Flagge in den Mondboden rammt. kurz darauf ist zu erkennen, wie sich die Flagge deutlich hin und her wiegt. Da es auf dem Mond aber keine Atmosphäre und damit auch keinen Wind gibt, dürfte das nicht geschehen. Außerdem müsste die Fahne eigentlich schlaff nach unten hängen.

Richtig ist: Es gibt auf dem Mond tatsächlich keine Atmosphäre. Deswegen gibt es auch keinen “Luftzug”. Der ist aber auch nicht der Grund dafür, dass sich die Flagge bewegt. Gerade weil es keinen Luftwiderstand gibt, neigt sich die Fahne einige male hin und her, bis die durch das Rammen in den Boden aufgenommene kinetische Energie vollständig verbraucht ist. Der Grund, weswegen die Fahne “im Wind steht” ist – Sie ahnen es bereits – ebenfalls nicht, das irgendein trotteliger Beleuchter im Studio in Nevada die Tür offen gelassen hat. In der Fahne befindet sich eine Metallstange. Sieht einfach besser aus.

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Schattenspiel: Scheinwerfer an der Studiodecke? (Foto:NASA)

Die Schatten-Anomalie
Auf einem Foto ist zu erkennen, dass Gegenstände Schatten in verschiedene Richtungen werfen. Dies ist nur dadurch zu erklären, dass es mehrere Lichquellen gibt. Da das Sternenlicht aber zu schwach ist, um einen Schatten zu erzeugen, dürfte die einzige Lichtquelle auf dem Mond die Sonne sein. Die einzig mögliche Erklärung für die merkwürdigen Schatten: Sie werden durch die zahlreichen, an der Studiodecke angebrachten Scheinwerfer erzeugt.

Dieser “Beweis” zeigt deutlich, was der Treibstoff für Verschwörungstheorien ist: Unwissenheit über elemantarste physikalische Gegebenheiten sowie Unwillen, auch nur einen einzigen Augenblick eigene Überlegungen anzustellen.

Hier könnte eine eigene Überlegung folgendermaßen lauten: Was passiert wirklich, wenn ein oder mehrere Objekte mehreren Lichtquellen ausgesetzt sind? werfen sie dann nur je einen Schatten in unterschiedliche Richtungen? Die Fußballfreunde unter uns wissen: Nein. Das Objekt würde mehrere Schatten in Unterschiedliche Richtungen werfen – wie man es etwa beim Flutlicht im Stadion bewundern kann.

Nun wissen wir schon, was nicht der Grund für die so genannte “Schattenanomalie” ist. Aber was ist dann der Grund? Der auf dem Foto zu erkennende Effekt ensteht dadurch, dass das zweidimensionale Foto den dreidimensionalen Mond nicht korrekt abbilden kann. Anders ausgedrückt: Der Schatten eines Objekts folgt der Topograhie des Untergrunds, auf dem er abgebildet wird. Noch anders ausgdedrückt: Weil es auf dem Mond dann und wann ziemlich hügelig ist, laufen die Schatten bergauf und bergab. Auf dem Foto sieht es dann aus, als würden sie in verschiedene (Himmels-)Richtungen laufen. So einfach? Ja, so einfach. Weiter gehts.

Keine Fotos bei über 100°
Auf dem Mond herrschen extreme Temperaturunterschiede. In der Sonne steigt die Temperatur auf +100° C an, während sie im Schatten um die -170 ° beträgt. Diesen Temperaturunterschieden ist kein Mensch gewachsen, auch nicht in einem Raumanzug. Jedenfalls konnte konnte das damalige Filmmaterial bei solch hohen Temperaturen nicht arbeiten. Einzige Erklärung für das Vorhandensein von Fotos von der "Mondlandung": Sie hat auf der Erde stattgefunden.

Auch dieser Beweis zeigt geballtes Halbwissen. Richtig ist, dass es auf dem Mond die genannten Temperaturunterschiede gibt. Falsch ist allerdings anzunehmen, dass der Begriff der “Temperatur” auf dem Mond dasselbe bedeutet wie auf der Erde. Da der Mond keine Atmosphäre hat, gibt es auch keine Umgebungstemperatur (denn es herrscht ja “Vakuum”). Das bedeutet: Die genannten Temperaturen entstehen jeweils nur an der oberfläche von Objekten, die der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Dies ist bei einer Fotokamera nur das Gehäuse (und nicht der Film) und bei einem Raumanzug nur die Äußere Schicht (von seeehr vielen).

Zu Sportliche Astronauten
Die Raumanzüge von Aldrin und Armstrong allein wogen jeweils über 80 kg. Trotzdem existieren Filmaufnahmen, auf denen sie sich wie im Jogging-Anzügen bewegen und hüpfen und springen. Schlussfolgerung: Die beiden haben gar keine Raumanzüge getragen sondern weiße Pyjamas und "Moon Boots", denn sie waren ja auch nicht auf dem Mond sondern...

Auf Grund der geringeren Masse des Mondes beträgt die Schwerkraft nur etwa ein Siebtel derjenigen auf der Erde.

Abwandlung: Zu unsportliche Astronauten
Wegen der geringen Schwerkraft auf dem Mond hätten die Astronauten mindestens 10 meter hoch springen müssen. Auf den Fimaufnahmen sind aber nur Sprünge bis zur Höhe von etwa 50 cm zu sehen.

Ja, es wird tatsächlich Beides vertreten. Und nein, auch auf dem Mond sind solche hohen Sprünge nicht möglich. Die Wahrheit liegt in der Mitte…

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Beim Bearbeiten gepfuscht? Die Crosshair-Anomalie (Foto:NASA)

Die Crosshair-Anomalie
Auf allen Mond-Fotos finden sich feine Fadenkreuze, die den Astronauten das "Zielen" mit den komplizierten Kameras erleichtern sollten. Diese waren auf den Kameralinsen angebracht. Auf dem Foto links befindet sich das so genannte "Crosshair" aber offenbar hinter dem abgebildetetn Objekt. Einzig mögliche Erklärung: Es ist bei der Nachbearbeitung der Bilder ein Fehler passiert. Die Bilder mussten ja nachbearbeitet werden, damit alles echt aussieht - denn in Wirklichkeit... usw.

Es ist kein Zufall, dass dieses Beispiel ein weißes objekt Zeigt. Auf Fotos mit dunklen Objekten wurde die Crosshair-Anomalie nicht festgestellt. Im Gegensatz zu unseren Verschwörungstheoretikern kennt jeder Fotograf diesen Effekt: Ein sehr heller Hintergrund “schluckt” feine dunkle Strukturen im Vordergrund. Das Crosshair ist nicht “hinter” dem Objekt, sondern es ist einfach nicht “da”, weil es vom weiss des Objektes überstrahlt wurde.
So simpel? Jepp.

Leider gilt auch für alle diese Erklärungen: Einen echten Conspiracy-Jünger können Sie damit nicht beeindrucken. Genausowenig, wie mit der Frage, wie es den bitte die NASA geschafft haben soll, tausende Mitarbeiter zu Jahrzentelangem schweigen über das Geheimnis um die Mond-Verschwörung zu bringen. Oder warum Amateurfunker auf der ganzen Welt den Funkverkehr zwischen der Bodenstation in Houston und dem Mond-Vehikel mithören konnten. Oder warum nicht wenigstens die Russen sofort “Fälschung!” geschrien haben – die Mittel, diese aufzudecken, hätten sie sicher gehabt.

Wir beenden unseren Mondausflug an dieser Stelle. Es gibt noch hunderte Ähnlicher “indizien” für die Mondverschwörung. Zu jeder einzelnen gibt es eine physikalisch wesentlich genauere Erklärungen im Web zu finden, als wir sie liefern könnten.

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote, die im Gegensatz zum “Moon Hoax” tatsächlich stattgefunden hat:

Im September 2002 wurde der zweite Mann auf dem Mond, der damals 72-jährige Buzz Aldrin, in einem Hotel von dem 37-jährigen Mondlandungs-Skeptiker Bart Sibrel angesprochen: Er solle auf die Bibel schwören, dass er tatsächlich auf dem Mond gewesen sei! Aldrin antwortete Sibrel auf seine Art:

Er knockte Bart mit einer ansatzlos geschlagenen rechten Geraden aus.

Er wird seine Gründe gehabt haben – meint Hoaxbusters.de.