Kein Transport von Wölfen und Luchsen nach Deutschland

Verschiedene Jagdzeitschriften  berichten Anfang Januar 2014 über angebliche Transporte von Wölfen und Luchsen nach Ostdeutschland. Ein entsprechender Lastwagen sei an der deutsch-polnischen Grenze gestoppt worden. Die Tiere seien dazu bestimmt gewesen, in Deutschland ausgesetzt zu werden. Auffällig an diesen Geschichten: Genaue Angaben der Orte, Zeiten oder Quellen derartiger Vorfälle fehlen.

Von der Polizei jedenfalls können die genannten Medien die Informationen nicht haben. Diese dementiert ausführlich (und mit Schalk im Nacken):

“Jeder, der mit den Märchen der Gebrüder Grimm groß geworden ist, kennt sie, die Geschichten vom großen, bösen Wolf. Nun macht ein neues Wolfs-Gerücht die Runde: ein polnischer Kleintransporter hätte Wölfe und Luchse über die Grenze nach Deutschland gebracht.

Die aktuelle Ausgabe einer JÄGER-Zeitschrift verbreitet unter dem Titelthema “Das Märchen über den Wilden Wolf” nach Auffassung der Bundespolizei tatsächlich ein neues Märchen. Entgegen dem in der Zeitschrift behaupteten “Tatsachenbericht eines Bundespolizisten, der bestätigt, dass ein LKW an der deutsch-polnischen Grenze gestoppt wurde”, der “auf der Ladefläche mehrere Luchse und Wölfe” hatte, hat die Bundespolizeidirektion Berlin keinerlei Hinweise auf eine solche Feststellung. Einen solchen Fall hat es nicht gegeben!

Bereits Mitte Dezember machte diese Geschichte über Isegrim ihre Runde, doch entsprechende Prüfungen ergaben, dass an diesen Gerüchten nichts dran ist. Allerdings gab es Anfang November den Fall, dass Bundespolizisten auf einem weißen VW T4 unter anderem einen “Steppenwolf” sichergestellt hatten. Dabei handelte es sich jedoch nicht um einen nordamerikanischen Kojoten, sondern um ein Rad des gleichnamigen Fahrradherstellers. Es war eines von 14 Fahrrädern, die als Hehler-Ware nach Osteuropa gebracht werden sollten.

Ob der Verfasser des Berichts über Canis lupus in der aktuellen JÄGER-Zeitschrift hier gegebenenfalls einem Irrtum aufgesessen ist oder den erfolgreichen Song “Born to Be Wild” der gleichnamiger Hard-Rock-Band “Steppenwolf” im Ohr hatte, ist hier nicht bekannt. Es könnte aber auch sein, dass in Anlehnung an die Hauptfigur des Romans “Der Steppenwolf” von Hermann Hesse bei dem angeblichen hinweisgebenden und zudem unbekannten Bundespolizisten ein tiefes seelisches Leiden vorliegt und er die Versöhnung seiner zerrissenen Seiten im Humor suchte.”

Die Sache ist also offensichtlich eine Falschmeldung.