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WARNUNGEN

 
 

Klassische Hoaxes: Diese E-Mail rettet Ihre Hardware - oder Ihr Leben

bildAngst, genauer gesagt: Blankes Entsetzen ist der Treibstoff für diese Kategeorie der "Falschmeldung per E-Mail", die den "Hoaxes" Ihren Namen gab. Sie deswegen besonders "erfolgreich" bzw. einfach nicht totzukriegen, weil Sie Halbwahrheiten, die fast jeder schon einmal in den Medien gehört oder gelesen hat, dazu benutzt, um sich weiterzuverbreiten.

Haben Sie auch schon von dem Neuen, bösartigen Virus gehört, das sich durch das bloße Ansehen einer E-Mail verbreitet und sogar die Hardware befallen kann? Alle AntiViren-Programme sind dagegen chancenlos! Norton Security hat es gestern erst bekannt gegeben!

Wie? Sie glauben das nicht? Damit liegen Sie vollkommen richtig.
 

Aber leider - und an dieser Stelle wiederholen wir uns wohl - gehören Sie damit zu einer Minderheit, die es mit zunehmendem Medienhype bei jeder realen Würmer-Welle immer schwerer hat, sich gegen hysterische E-Mail Kontakte zur Wehr zu setzen. Virus-Warn-Hoaxes sehen normalerweise etwa so aus:

wenn sie eine Email mit dem Titel "GET MORE MONEY!!!" erhalten, öffnen sie diese unter keinen Umständen! Sie wird alle Daten löschen, die sich auf Ihrer Festplatte befinden. Dies ist ein neues, gefährliches Virus, und noch nicht sehr viele Leute wissen darüber Bescheid.

Merken Sie's? Hoaxes sehen wirklich immer gleich aus, nur der "Treibstoff" variiert. Wie bei allen anderen Arten E-Mail-Hoaxes kann man hier ebenfalls früh skeptisch werden: Was heisst denn "neu" eigentlich genau? Gestern ? letzte Woche? letztes Jahr? Vor drei Jahren?

Die E-Mail trifft naturgemäß keine Aussage hierzu, allerdings kann der Autor dieses Textes ihnen sagen, wann er wortwörtlich diese E-Mail zum allerersten Mal in seiner Mailbox hatte: Vor einem knappen Jahzehnt, nämlich Anfang 1997. Und immernoch ist das Virus "brandneu". Und brandgefährlich, natürlich...

Öffnen sie auch keine Mail die den Titel "Returned or unable to deliver" trägt. Dieses Virus wird sich an Ihre Computerverbindungsteile heften und sie unbrauchbar machen.

Dieses Muster finden wir in allen Virus-Hoaxes: Wahrhaft apokalyptische Folgen soll dieser Schädling haben: Die Computerverbindungsteile, ich vermute damit ist die Hardware gemeint, werden "befallen". Kein Virus kann das - Lassen sie sich nicht kirre machen. Auffällig auch, wie wolkig das angebliche Schadensprogramm beschrieben wird: Es ist neu, und es ist tödlich. Mehr erfahren wir nicht. Außer natürlich:

Diese Warnung wurde letzte Woche von Microsoft bekanntgegeben.

Klar, das kennen wir auch schon: Das ist doch der selbe Laden, der uns vorhin schon Geld dafür bezahlen wollte, dass wir E-Mails weiterleiten. "Jeden Tag eine gute Tat!" ist offenbar das Motto der Firma aus Redmond. Aber natürlich gilt dasselbe, was zu den anderen Hoaxes und deren vermeintlichen Urhebern gesagt wurde auch hier: Niemals verbeitet Microsoft oder Norton oder irgendeine andere seriöse Firma solche Warnungen per E-Mail.

Wenn sie eine solche mail erhalten, löschen Sie sie bitte sofort, ohne sie sich anzusehen.

... "Denn sonst würden Sie ja merken, dass es sich nur um eine ganz harmlose Werbe-Mail bzw. die Benachrichtigung eines Mail-Servers über eine fehlgeschlagene Zustellung handelt", möchte man da noch hinzufügen. Und zum letzten Satz:

Bitte leiten sie diese Warnung an so viele Leute weiter wie möglich.

Muss wohl wirklich gar nichts mehr gesagt werden.

Ein paar Worte zu "echten" Viren und Würmern
Es gibt sie wirklich: E-Mail Würmer, die sich in schädlichen Dateianhängen verstecken, und die sich beim Klick auf den Anhang automatisch weiterverbeiten. Aus neuerer Zeit ist der Wurm "Netsky" so ein Beispiel. Aber zum einen verbeiten sich diese Programme niemals durch das bloße Ansehen einer (Text-) Nachricht, und zum anderen ist die eigentliche Schadensfunktion eines Wurms meist lediglich, sich weiterzuverbreiten, indem er sich an Ihr gesamtes Adressbuch versendet.

Merken Sie was? Wenn Sie tun, um was sie in der Hoax-Mail gebeten wurden, wird aus der Mail auf einmal genau das, wovor er angeblich warnt: Ein "manueller" Wurm, der sich explosionsartig weiterverbeitet und so Schäden anrichtet.

Wenn Sie sich gegen Gefahren aus dem Netz schützen möchten, dann verwenden Sie 1. ein sicheres E-Mail-Programm und 2. einen aktuellen Virenscanner. Und klicken Sie 3. nicht auf Attachments, die sie unerwartet und/oder unkommentiert erreichen. Wenn sie dies beherzigen, sind sie einigermaßen sicher. 4. Könnte es sich lohnen, diesen Artikel auf www.kaffeeringe.de zu lesen, der sich mit sicherer E-Mail-Kommunikation befasst.

Zurück zu unserer Panik-Mail. Natürlich gibt es andere Warn-Texte und andere Betreff-Zeilen und inzwischen wird auch vor ganz anderen Gefahren gewarnt: Mal sollen von Terroristen tausende UPS-Uniformen gestohlen worden sein, um sie bei Terroranschlägen als Tarnung zu verwenden (weswegen sie sich natürlich vor dem UPS-Mann in Acht nehmen müssen), ein anderes Mal haben Islamisten die Cola vergiftet (weswegen sie nur noch Milch trinken dürfen). Die Liste ist schier endlos. Eines aber haben alle diese Warnungen gemeinsam: Sie sind vollkommen gegenstandslos.

Lassen Sie sich also nichts vormachen: Kettenbriefe sind kein Mittel zur Kommunikation seriöser Anliegen. Niemals. Es gibt zu dieser Regel keine Ausnahme. Deswegen tun sie mit ihnen bitte das, was sie verdienen: Löschen und vergessen Sie sie. Aber leiten sie sie nicht weiter.

[HoaxTour] Lesen sie weiter: Money for nothing - Betrug per E-Mail.
ZULETZT AKTUALISIERT: DO., 13.07.2006

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Helge, SA., 18.02.2006:
Zitat: "..verbeiten sich diese Programme niemals durch das bloße Ansehen einer (Text-) Nachricht.."

Vorausgesetzt, man stellt seinen Mailklienten auf reine Textdarstellung ein. Es gibt Viren, die sich auch ohne öffnen des Anhangs aktivieren (per Skript)

Zitat "..BIOS wieder herstellen kann, indem man es kurzzeitig anders jumpert!"

Das funktioniert nur für die EINSTELLUNGEN des BIOS, welche im CMOS-RAM batteriegepuffert gespeichert sind. Wird das BIOS selbst "geflasht", wie es bei einigen Boards ohne Sicherheitssteckbrücke möglich ist, bleibt nur noch ein Zurückflashen auf die Originalversion, wie von einem meiner Vorredner beschrieben. Manche Boards verfügen auch über einen Jumper, der veranlaßt, daß bei einem defekten BIOS eine Routine aus einem fixen ROM verwendet wird, um ein Flash-System von Diskette zu laden.
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rizzo, DI., 22.03.2005:
Sie meinen das sicher gut, vielen Dank ;-), aber bitte: Nein, Auch dafür eignet sich ein Kettenbrief nicht :-).
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Lazertis, DI., 22.03.2005:
Zitat: "Kettenbriefe sind kein Mittel zur Kommunikation seriöser Anliegen. Niemals."

Das würde ich so nicht sagen. EIN Grund fiel mir beim Lesen der Artikel sofort ein: Die Leute über Hoaxes aufzuklären und auf diese Site (oder hoax-info.de) zu leiten! ;-)

Das sollte dann aber mit einem Mal getan sein. :-)

Viele Grüße
Lazertis
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Matze, MO., 21.03.2005:
Also, ich kenn mich mit Viren nicht aus, aber ich weiß, dass man bei einem Mainboard das BIOS wieder herstellen kann, indem man es kurzzeitig anders jumpert! Ich selbst hab meines nämlich schon geschrottet und mein PC ließ sich nicht mehr booten. Aufgemacht, umgejumpert, wieder normal gejumpert und schon ging es wieder!

In diesem Sinne: Schönen Abend noch!
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rizzo, DO., 20.01.2005:
Im Prinzip richtig. Aber auch der CIH-Virus verbreitet sich nicht durch das Ansehen einer Text-E-Mail, wie derartige Hoaxes nahelegen.
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chris_lieb, DO., 20.01.2005:
Viren die Harware zerstören gibt es! Der CIH (dies sind die Initialien des Programmieres, ist glaube ich Koreaner)-Virus nutzt die Funktion gewisser Mainboards das BIOS zu flashen, d.h. auszutauschen. Generell ist die Firmware vieler Komponenten flashbar, der durch den CIH vorgenommene Austausch des BIOSes ist von daher fatal, dass ein Board ohne BIOS nicht mehr booten kann und somit vorerst keine Möglichkeit besteht das BIOS zurüKKzuflashen.

Die einzigen Möglichkeiten sind das Flashen des ausgebauten Boot-ROMs in einem anderen Board oder das Einsetzen eines neuen Boot-ROMs (woher nehmen, wenn nicht stehlen).

Dieser Virus sorgte vor Jahren für Schäden in Millionenhöhe (dumme Formulierung, da i.d.R. jeder Virus Schäden in Millionenhöhe verursacht).

Weiterhin wäre es möglich Hardware außerhalb der Spezifikationen zu betreiben (Wie das auch Übertaktungsprogramme tun) und somit einen vorzeitigen Hitzetod hervorzurufen. Ein derartiger Virus ist mir jedoch nicht bekannt.
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