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In Amerika ist alles möglich - Oder ? [3]

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img src='http://www.hoaxbusters.de/images/hoaybusters/starsnstripes.jpg' width='200' height='100' align='right' class='bild'>Rauchen jetzt strafbar: Nach Zigarrengenuss wegen Brandstiftung verurteilt.

Ebenfalls absolut nicht totzukriegen und immer wieder - sogar durch deutschsprachige Rechts-Fachzeitschriften ! - verbreitet ist folgende Geschichte, die Im Gegensatz zu Stella-Liebecks Kaffee-Klage nicht für sich in Anspruch nehmen kann, jedenfalls ansatzweise einen wahren Kern zu haben:

In Charlotte, NC, kaufte ein Rechtsanwalt eine Kiste mit sehr seltenen und sehr teuren Zigarren und versicherte diese dann - unter anderem gegen Feuerschaden. Über die nächsten Monate rauchte er die Zigarren vollständig auf und forderte die Versicherung auf, den Schaden zu ersetzen - die erste Prämienzahlung war noch nicht einmal erbracht. In seinem Anspruchsschreiben führte der Anwalt aus, dass die Zigarren durch "eine Serie kleiner Feuerschäden" vernichtet worden seien.

Die Versicherung weigerte sich zu bezahlen mit der einleuchtenden Argumentation, dass er die Zigarren bestimmungsgemäß verbraucht habe.

Der Rechtsanwalt klagte... und gewann!

Das Gericht stimmte mit der Versicherung überein, dass der Anspruch unverschämt sei, doch ergab sich aus der Versicherungspolice, dass die Zigarren gegen jede Art von Feuer versichert seien und Haftungsausschlüsse nicht bestünden. Folglich müsse die Versicherung bezahlen, was sie selbst vereinbart habe. Statt ein langes und teures Berufungsverfahren anzustreben, akzeptierte die Versicherung das Urteil und bezahlte 15.000$ an den Rechtsanwalt, der seine Zigarren in den zahlreichen "Feuerschäden" verloren hatte.

Nachdem der Anwalt den Scheck der Versicherung eingelöst hatte, wurde er auf deren Antrag wegen 24 Fällen von Brandstiftung verhaftet! Unter Hinweis auf seine zivilrechtliche Klage und seine Angaben vor Gericht wurde er zu 24 Monaten Freiheitsstrafe (ohne Bewährung!) und 24.000$ Geldstrafe verurteilt.


Das erstaunlichste an dieser Legende ist - jedenfalls für mich - dass sie eine solch offensichtliche Aneinanderreihung von abstrusem Unsinn darstellt, dass sie eigentlich jedermann sofort als Blödsinn entlarven können müsste. Aber vorhandene Vorurteile lässt man wohl zu gern bestätigen, als dass man so eine nette Geschichte hinterfragt.

Hinterfragen könnte man schon, ob irgendeine Versicherung der Welt eine Zigarre gegen Feuerschaden versichert. Oder, vielleicht, ob es sehr wahrscheinlich ist, dass Versicherungsverträge vorsehen, dass ein Versicherungsschutz für irgendetwas besteht, wenn der Versicherte die Prämie monatelang schuldig bleibt. Aber nein, das ist natürlich ein unzulässiger Einwand, denn wir wissen ja (woher auch immer): Amerikaner - und besonders solche, die mit amerikanischem Recht irgendetwas zu tun haben - sind grundsätzlich extrem dämlich und absolut lebensunfähig, und deswegen übersehen amerikanische Versicherungsvertreter natürlich auch regelmäßig, dass der einzige Zweck einer Zigarre der ist, in Brand gesteckt und dadurch vernichtet zu werden. Und dass der Versicherte die Beiträge entrichten muss, bevor er was bekommt.

Nun gut. Nehmen wir an, der Vetreter war betrunken, der Vertrag ist abgeschlossen, nun wird die Zigarre von dem wirklich extrem Gewitzten Versicherungsnehmer geraucht. Und schwupps: Versicherungsfall eingetreten! Darauf muss man erstmal kommen!

Man könnte allerdings auch die Frage stellen, warum es eigentlich erst einer versicherten Zigarre bedurfte, um diese offensichtlich vorhandene Regelungslücke im amerikanischen Versicherungsrecht auszunutzen. Genausogut könnte man seinen alten Fahrradschuppen gegen Feuer versichern, und ihn dann fröhlich selbst anstecken - Denn es gibt ja trotzdem Geld. Oder?

Selbstverständlich nicht. Nein, auch nicht in Amerika - auch dort werden Versicherungsverträge nicht selig auf dem Bierdeckel entworfen, und auch dort gelten gesetzliche Regelungen, die die Leistungen aus einer Versicherung dann ausschließen, wenn der Versicherte den Versicherungsfall vorsätzlich herbeiführt. Oder die Prämie schuldig bleibt.

Brandstiftung?

Aber, die Gerechtigkeit siegt - wenn auch auf verquerem Wege - in diesem Fall doch: Brandstiftung, das ist es! Wie oben bereits erwähnt, sind amerikanische Richter grundsätzlich nicht in der Lage, auch nur die einfachsten Zusammenhänge zu erkennen - wie etwa den Unterschied zwischen einem Wohnhaus und einer zum Verbrauch durch "Zerstörung" bestimmten Zigarre. So kommt es dann, dass das Anzünden einer solchen unter den Straftatbestand der Brandstiftung ("Arson") subsumiert wird, und der gewitzte Zigarrenraucher doch noch seine Strafe bekommt. Das US-Amerikanischen Rauchern mitunter übel mitgespielt wird, wussten wir ja bereits. Aber das geht nun wirklich zu weit.

Diese Sage macht bereits seit den sechziger Jahren (!) die Runde.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann rauchen sie noch heute.

Links zu dieser Legende:
http://urbanlegends.about.com/library/blcigar.htm

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ZULETZT AKTUALISIERT: FR., 13.01.2006

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rizzo, DO., 21.04.2005:
Ihre Kritik in allen Ehren, dennoch: Der Rekurs auf die chinesische Küche wird vorliegend nur als Vehikel zur Verdeutlichung von Verbreitungsmschanismen von Fehlinformationen gebraucht (Es geht im Artikel ja auch nicht schwerpunktmäßig um gebratenene Haustiere).
Ich glaube daher auch, dass die Befürchtung, es würden Nicht-zutreffende Eindrücke über chinesische Essgewohnheiten erweckt, eher fernliegend ist. Falls es aber aus dem Text nicht hinreichend deutlich geworden sein sollte, stelle ich an dieser Stelle noch einmal in aller Deutlichkeit klar: Der Verfasser besitzt keinerlei Expertise auf dem Gebiet gebratener Hunde, Katzen, Spinnen oder anderer Kleintiere und kann daher keinerlei fundierte Aussagen darüber treffen, ob diese in China oder andernorts verspeist werden.
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HeyMoment, DI., 05.04.2005:
Natürlich schnappen uns die Chinesen nicht unsere Fifis von der Strasse und setzen sie ihren Restaurantgästen vor... In China und anderen asiatischen Ländern ISST man aber Hunde. (Und Katzen und Spinnen und, und, und). Hier wird der Eindruck erweckt, als sei das auch nur eine Urban Legend.
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tom, DO., 31.03.2005:
Die Geschichte mit den Zigarren geht möglicherweise auf eine alte Disney-Geschichte zurück. Dabei versichert Dagobert eine Kiste Zigarren von Klaas Klever gegen Feuer. Klingt stark nach dieser Urban Legend. Allerdings spielen Gerichte bei Disney-Geschichte keine Rolle.
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rizzo, MO., 31.05.2004:
hast mich erwischt, ich wollte das noch ändern, war aber bei dem schönen wetter erstmal radfahren. tja, wie heiss ist ein normaler kaffee. direkt am Ausfluss einer Industrieekaffeemaschine von Saeco ca. 75-80° C.(http://www.saeco.de/script/show.php3?page=0018&view=answer&question=025). Kannst ja mal probieren, dich direkt drunter zu hängen ;)
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Ich wieder, MO., 31.05.2004:
Das sind Grad Fahrenheit - Ich war erst ein wenig entsetzt. Aber in Celsius sind das "nur" 80° - wie heiss ist eigentlich ein "normaler" Kaffee?
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