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Peilwagen, ruppige Außendienstmitarbeiter und fiese Tricks: Fast jeder kennt eine Gruselgeschichte, in der ein Mitarbeiter der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) eine der Hauptrollen spielt. Doch was treiben die Geldeintreiber der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wirklich? Und: Sind sie wirklich genau so furchterregend wie die scharzen Ritter aus dem "Herrn der Ringe"? | Zum Hintergrund der GEZ
Seit dem 01. Januar 1976 lassen die Landesrundfunkanstalten - wie Zum Beispiel der NDR - die Rundfunkgebühren für das öffentlich-rechtliche Fernsehen durch eine gemeinsame Körperschaft - die GEZ - einziehen. Dabei hat so gut wie niemand eine Chance, der Krake aus Köln zu entkommen: Systematisch gleichen die Gebührenfahnder eigene Adressdaten mit denen etwa von Einwohnermeldeämtern, Telekom oder zugekauften Beständen ab und spüren so zielsicher Haushalte auf, die keine Fernseh- oder Radiogeräte angemeldet haben.
Diese bekommen nun Post, und zwar insgesamt drei mal: einen freundlichen, einen nicht so freundlichen und einen ziemlich ruppigen Brief, deren Inhalte jedoch weniger variieren als der Grad der Höflichkeit, der zwischen dem ersten und dem Dritten Schreiben deutlich abnimmt: Sie enthalten allesamt die Aufforderung, vorhandene Rundfunkgeräte anzumelden. Und zwar zack-zack. Nach dem dritten Schreiben ("ersparen Sie sich besser weiteren Ärger!") herrscht dann erst einmal Ruhe.
Wer nun aber meint, nach dem dritten erfolglosen Brief lasse die GEZ von ihrem Opfer ab, der irrt. Wer die Post aus Köln drei mal im Altpapier entsorgt, macht - getreu dem Motto: "Wer nicht lesen will, muss fühlen" - früher oder später persönliche Bekanntschaft mit einem Außendienstmitarbeiter seiner örtlichen Rundfunkanstalt (beispielsweise dem NDR). doch hierzu später mehr.
der bisher geschilderte Ablauf ist der übliche und soweit uns bekannt einzige Weg, auf dem die GEZ einen "Anfangsverdacht" des "Schwarzsehens" oder "-hörens" ermittelt. Möglicherweise gibt es noch andere Arten, wie die GEZ an Adressen kommt, möglicherweise hat auch mancher noch einen vierten Brief bekommen oder nur zwei erhalten. Einiges, was über die Fahndungmethoden der GEZ "bekannt" ist, gehört dennoch ins Reich der Legenden.
Zielfahndung mit dem "Peilwagen" ?
Ist Ihnen schon einmal einer dieser auffällig-unauffälligen grauen VW-Busse ohne Fenster dafür mit Antenne auf dem Dach aufgefallen? Ja? "Aha! Da erwischt es gleich wieder einen Schwarzseher!" haben Sie da vielleicht gedacht und sich dabei entweder diebisch gefreut oder gefürchtet, dass sie es selbst sein könnten. Wir müssen Sie enttäuschen bzw. können Sie beruhigen: So genannte "Peilwagen" sind weder im Auftrag der GEZ unterwegs noch werden mit Ihren Antennen "Schwarzseher" aufgespürt. Wer Ihnen so etwas erzählt, verkennt einfachste technische Zusammenhänge und bindet Ihnen einen Bären auf. Vielleicht will er Ihnen auch einfach nur Angst machen - Die grauen Messwagen jedenfalls gehören der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation und haben die Aufgabe, elektromagnetische Störfelder ausfindig zu machen. Sie sind also auch für einen Extrem-Schwarzseher, der ständig vier TV-Geräte und sieben Radios laufen aber kein einziges angemeldet hat, vollkommen harmlos. So lange nur der Fön ordentlich entstört ist. | [>Seite 2>] | | ZULETZT AKTUALISIERT: FR., 27.05.2005 | |
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