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Flut in Südost-Asien: Erste Hoaxes und Kettenmails unterwegs (Update)

BildEs geschieht nach jeder großen Katastrophe, und es gibt keinen Grund, warum es diesmal anders sein sollte: Gutgemeinte und weniger gut gemeinte E-Mails, die ihnaltlich in Zusammenhang mit der Flutkatastrophe in Südostasien stehen, machen die Runde. Die einen bitten um Spenden, die anderen um Weiterleitung, um jemandem zu helfen oder zu retten; wieder andere zeigen atemberaubende "Bilddokumente", aufgenommen angbelich am Ort der Katastrophe. Eines haben sie gemeinsam: Besonders hilfreich ist keine von ihnen.
 
Erstes deutschsprachiges Beispiel ist eine E-Mail, die den Zweck hat, die zehnjährige Sophia, die nach der Flutkatastrophe in Phuket/ Thailand Ihre Eltern verlor und die seit etwa 4. Januar die Runde macht. Sie liest sich etwa so:

Dieses Mädchen, 10 Jahre alt, Name Sophia xxxx, Eltern: xxxxx und xxxxx, liegt in Phuket im Krankenhaus und vermisst seine
Angehörigen.

Bitte sendet diese e-mail an alle Adressaten in Deutschland weiter,
vielleicht erkennt jemand das Kind und kann sich mit dem Krankenhaus in
Verbindung setzen.


Diese E-Mail gehört zwar zu denjenigen die es "gut" meinen, denn sie hat tatsächlich ein reales Schicksal zum Hintergrund. Aber das erhenwehrte Anliegen ist - wie immer auch bei gutgemeinten Kettenbriefen - überholt.

Bitte leiten sie derartige Mails nicht weiter, auch wenn Sie ein scheinbar vernünftiges Anliegen haben. Kettenbriefe sind kein Mittel zur Kommunikation seriöser Anliegen.

Im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe in Südostasien versuchen mittlerwerweile auch erste Betrüger mit Spendenaufrufen per E-Mail, sich Vorteile aus dem Leid anderer zu verschaffen. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragem (DZI) warnt in diesem Zusammenhang davor, überstürzt an dubiose Organisationen zu spenden. Dies muss um so mehr für solche Spendenaufrufe gelten, die sie per Spam-EMail, also einer solchen E-Mail, die sie nicht angefordert haben und mit deren Urheber sie nicht bereits zuvor in Kontakt waren, erreichen, oder die ihnen lediglich weitergeleitet wurden. Machen Sie von solchen Angebote keinen Gebrauch; Wenn sie helfen möchten, nutzen sie dafür bekannte, seriöse Hilfsorganisationen.

Die Erfahrung zeigt, dass große Unglücke regelmäßig dazu beitragen, seit Jahren verbreitete Hoaxes und Kettenbriefe wieder aufzuwärmen, in dem ihnen ein akuteller Bezug verliehen wird. Beliebte Beispiele hierfür sind etwa E-Mails, die behaupten, der Empfänger könnte anderen helfen, in dem er sie weiterleitet - weil zum Beispiel irgendeine Organisation angeblich für jede weitergeleite E-Mail Geld spenden würde. Lassen Sie sich von solchen E-Mails nicht hinters Licht führen - Mit dem Weiterleiten von Kettenbriefen helfen Sie niemandem. Niemals.


Bild
Fälschung: Diese Welle hat es nie gegeben
In die Kategorie "Hoax" fallen auch E-Mails mit angehängten, angeblich kurz vor der Katastrophe aufgenommenen Fotos. Eines dieser Bilder - eine Aufnahme, die zeigt wie sich eine sehr große Welle vor einer an der Küste gelegenen Stadt bricht - zeigt der zugehörigen E-Mail zu folge Phuket City, kurz bevor die Welle "zuschlägt".

Selbstverständlich handelt es sich bei diesem zweifelhaften Machwerk - das in einer ähnlichen Liga spielt wie der "Tourist guy" auf dem Dach des World Trade Center kurz vor dem Einschlag des ersten Flugzeuges am 11.09.2001- um eine recht plumpe Fälschung. Mit dem bloßen Auge ist bereits zu erkennen, das das Bild ein Produkt digitaler Bearbeitung ist, darauf weisen die verschwommenen Zonen dort hin, wo die Welle ins Bild montiert wurde. Darüber hinaus - darauf weisen die Kollegen vom führenden Hoax-Debunker snopes.com hin - ist die hier abgebildete Welle viel zu hoch für den Tsunami, der Asien am 26.12.2004 traf. Wer Thailand im Allgemeinen und Phuket City im Besonderen kennt, dem wird weiter auffallen, dass die Skyline von Phuket City nicht die geringste Ähnlichkeit mit der hier abgebildeten hat. Die abgebildete Skyline steht mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht einmal in Thailand, denn dort herrscht Linksverkehr - Auf dem Bild links aber offensichtlich nicht.

Diese und andere Arten der "Katastrophenkunst" sind nicht nur zynisch; Sie sorgen auch für Desinformation und Verunsicherung. Leiten Sie bitte auch solche Dinge nicht weiter.


Links zum Thema:

Auf Hoaxbusters.de:
Cries For Help - Die Mitleidsmasche
Wiedermal: Rettung per Forward-Taste
Checkliste: Woran erkenne ich einen Hoax?
Warnung vor Spenden-Trittbrettfahrern

Im Internet:
Gut gemeinte, fehlgeleitete Hilfsaufrufe (Spiegel Online)
Hoax-Info Extrablatt (Hoax-Info.de)
ZULETZT AKTUALISIERT: SA., 08.01.2005

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