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Presse-Stimmen zu hoaxbusters.de [3] |  | Seiten: |
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- Kieler Express, 19. März 2005
Scherzkekse im Internet aufgespührt
Wer viel Zeit am heimatlichen PC verbringt, kann leicht in eine mittelschwere Depression stürzen. Schon ein paar Minuten "surfen" vermitteln einen Eindruck davon, wie schlecht die Welt da draußen wirklich ist: Die Amerikaner haben das World-Trade-Center selbst gesprengt und Zahlen Milliarden an eine Frau, die es nicht geschafft hat, ihren McDonalds-Kaffee richtig zu bedienen. Ein Versandhaus bietet in Marmeladengläsern "eingemachte" Kätzchen an und der Weltuntergang wird in 666 Tagen stattfinden. Etwas erfreulicher sieht es aus, wenn man die tägliche E-Mail-Flut sondiert. Lauter gute Menschen wollen Geld sammeln für Flutopfer in Asien, leukämiekranke Kinder in den USA oder einem sogar welches zukommen lassen. Wirklich?
Der Kieler Rechtsreferendar Stephan Ehlert (29) hat sich mit seiner Internet-Seite "hoaxbusters.de" aufgemacht, solchem Unsinn auf die Spur zu gehen. "Verschwörungstheorien, urbane Märchen und Veräppelungen jeder Art sind durch das Internet so schnell wie nie zuvor zu erreichen. Wenn Sie nicht ohnehin in Form von unerwünschten E-Mails täglich eintrudeln" seufzt Ehlert. Mit dem Internet kennt sich der Jurist aus. Er hat das Online-Stadtmagazin kiel4kiel.de mit aufgebaut, sein inzwischen abgeschlossenes Studium mit Programmiertätigkeiten finanziert und konzentriert sich jetzt auch im Referendariat auf medienrechtliche Fragestellungen.
Er ist also keineswegs ein Internet-Gegner, sondern plädiert lediglich für einen vernünftigeren Umgang mit der täglichen Informationsflut. Denn nicht selten wird der Nutzer durch so genannte "Hoaxes" (lateinisch: hocus = "Scherz") genarrt, die Zeit, Geld, Nerven und in seltenen Fällen sogar das Leben kosten. Vor zwei Jahren erschoss ein 72-Jähriger in Prag den nigerianischen Konsul Michael Lekara Wayid. Der so naive wie geldgierige Tscheche war pleite und verdammt sauer, denn er war Opfer der "Nigeria Connection" geworden, die in ihren E-Mails dem Leser viel Geld anbietet - allerdings muss der dafür erstmal selbst tief in die Tasche greifen.
Leicht sind solche Scherze nicht immer zu entlarven. Im Moment gehen wieder E-Mails von scheinbar wohlmeinenden Tierschützern um, die Unterschriften gegen die Seite bonsaikitten.com sammeln. Die Tierschützer und die Seite gibt es tatsächlich, letztere rief sogar das FBI auf den Plan: bonsaikitten.com preist Selbstbausets für quadratische Katzen an. Allerdings ist der Internet-Auftritt lediglich ein, wenn vielleicht auch nicht ganz geschmackssicherer, Gag. Darauf wäre man schnell gekommen, hätte man sich an Stephan Ehlerts Rat für den Umgang mit solchen Geschichten gehalten: "Wenn etwas quakt wie eine Ente, watschelt wie eine Ende und aussieht wie eine Ente, dann ist es auch meistens eine Ente." (jevs)
| [>Seite 4>] | | ZULETZT AKTUALISIERT: MO., 28.03.2005 | |
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