Elisabeth an Isabella: Ibuprofen führt zu schwerem Whatsapp-Verlauf

Behauptung:

Ibuprofen fördert die Verbreitung von Corona / CoVid19

Verbreitung:

WhatsApp (Sprachnachricht)

Status:

Falschmeldung.

Debunking-Quelle:

z.B. „Pharmazeutische Zeitung Online“ , „heise.de“, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte


Ach Elisabeth, Mutter vom Poldi! Warum machst du nur sowas:

Diese WhatsApp-Sprachnachricht – Du weißt schon: die, in der Du davon sprichst, dass Deine Freundin von der Uni Wien „mal son bisschen Forschung betrieben“ und so tolle Sachen rausgefunden hat – nämlich, dass die „so heftigen Corona/CoVId-19-Fälle in Italien mehr oder weniger alle daheim Ibuprofen vorher genommen hatten“. Ja, genau die!

Die ist, nunja, Unsinn.

Es stimmt einfach nicht, dass man in Wien „im Labor den Corona-Erreger mit Ibuprofen zusammengebracht“ hat und sich dabei Anzeichen ergeben haben, dass Ibu die Verbreitung des Virus beschleunigt.

Die Uniklink Wien rät deshalb auch nicht, dass man Ibuprofen meiden soll.

Alles Quatsch.

Das weißt du wahrscheinlich auch, und deshalb fügst am Ende Deiner Sprachnachricht auch gleich noch ein paar halbgare Erklärungen an, warum man von dieser Warnung sonst nirgendwo was lesen kann. Denn, klaro, sonst klagt ja „die Pharma-Industrie“.

Deshalb raunst du der lieben Isabella auch zu: „Also nur mündlich!“

Aber weiterleiten soll sie’s scho‘, gell?

Bitte seien Sie schlauer als Isabella.

Update, 17.3.20:

Es warnt nun auch die WHO vor der Einnahme von Ibuprofen bei CoVid-19, wenn dies ohne ärztlichen Rat geschieht. Allerdings liegen dem völlig andere Zusammenhänge zu Grunde als in der WhatsApp-Warnung behauptet.

Update, 19.3.20:

Auch die WHO warnt nicht mehr vor Ibuprofen in Zusammenhang mit Corona, und zwar auch nicht in anderem Zusammenhang:

„Die WHO-Experten hatten Studien und Ärzte konsultiert und seien zu dem Schluss gekommen, dass es über die bekannten Nebenwirkungen bei bestimmten Bevölkerungsgruppen hinaus keine Hinweise auf negative Ibuprofen-Konsequenzen bei Covid-19-Patienten gebe.“

(Spiegel Online, 19.3.2020)

Möglicherweise auch aufgrund der Falschmeldungen über Ibuprofen bei CoVid-19-Erkrankungen kommt es derzeit allerdings zu Hamsterkäufen und Lieferengpässen bei manchen Medikamenten (z.B. Paracetamol). Dies zeigt ein weiteres Mal:

WhatsApp-Kettenbriefe sind niemals nützlich. Informieren Sie sich aus vernünftigen Quellen. Verunsichern Sie andere nicht, indem Sie ungeprüfte Meldungen weiterverbreiten.

Teilen Sie deshalb bitte die Information aus diesem Text, nicht die irreführende Warnung.