Wird in der Corona-Krise das Internet rationiert?

Behauptung:

Die Datennetze in Europa halten der erhöhten Belastung aufgrund von Home-Office, Videokonferenzen, vermehrter Nutzung von Videostreamingdiensten und Gaming nicht stand.

Verbreitung:

Soziale Netzwerke (Diverse Gerüchte)

Status:

Benötigt Kontext.

Quellen:

z.B. NZZ, Netflix über Twitter


Wenn alle zu Hause bleiben sollen und den einen ist dabei langweilig während die anderen dabei arbeiten und so tun müssen, als wären sie im Büro, dann erzeugt das Datenverkehr.

Und zwar mehr als üblich. spätestens seit einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung Mitte März, in dem die Frage besprochen wurde, ob das die Schweizer Datennetze aushalten würden – in der Schweiz herrschte bereits Ausgangssperre – wird dies auch in entsprechenden Gerüchten problematisiert, die sich über die sozialen Netzwerke verteilen. Entsprechende Postings spekulieren über eine Rationierung von Bandbreite oder die Blockade einzelner Dienste (z.B. Videostreaming).

Oftmals geschieht dies aber nicht auf eine sachliche Art und Weise und auch hier ist es nie sinnvoll, ungeprüft Informationen zu verbreiten und damit Verunsicherung zu streuen.

Auch wenn derzeit entsprechende Eingriffe nicht konkret zur Debatte zu stehen scheinen, kommt man aber auch bei nüchterner Betrachtungsweise nicht um den Fakt herum, dass niemand sicher vorhersehen kann, wie sich ein drastisch erhöhter Datenverkehr auf Dauer auswirken wird, auch wenn die Deutsche Telekom das noch entspannt sieht.

So hat am heutigen Abend (19.3.) der Streaming-Dienst Netflix auch tatsächlich bekanntgegeben, die Bitrate seiner Streams zu reduzieren, was in Europa zu 25% weniger Netflix-Traffic führen werde. Die EU Kommission hatte sich mit einer entsprechenden Bitte an die Streaming-Anbieter gewandt. So gesehen stimmt es jedenfalls, dass Netflix in Bezug auf die Datenrate „rationiert“ wird.

Update, 20.3.20: Auch Microsoft hat Änderungen an seiner Colaboration-Software „Teams“ vorgenommen, um den Datenverkehr zu verringern.

Trotzdem ist noch genug Internet für alle da.